In jedem Jahr ein neuer St. Martin

Roisdorfer Tradition seit mindestens 1929

 

Während in den meisten Nachbarorten über Jahre und z.T. Jahrzehnte hinweg immer der gleiche Mann als St. Martin auftritt, ist dies in Roisdorf anders. In jedem Jahr bestellt der Martinsausschuss - ein Gremium, das sich aus Vertretern der den Martinstag organisierenden Vereine, Kindergärten und der Schule zusammensetzt - einen neuen Kandidaten. Hierbei wird stets darauf geachtet, als "Mäertesmann" jemanden auszuwählen, der sich durch seine ehrenamtlichen Aktivitäten um das Dorf verdient gemacht hat. Schließlich gilt es, den großen Heiligen St. Martin zu verkörpern - und nicht etwa nur, ihn darzustellen. Entsprechend wird von den Schwestern des St. Josef-Heimes, die den römischen Soldatenmantel des St. Martin aufbewahren und pflegen, Wert darauf gelegt, dass dieser nicht als "Kostüm", sondern als "Gewand" bezeichnet wird. Das Martinsamt kann somit durchaus als Anerkennung und Auszeichnung verstanden werden.

St. Martin Hans-Peter Schmidt 2009

 

Ex-Mäertesmänner vor der Martinssäule 
bei der Kirche Groß-St. Martin zu Köln 2005

Wohl jeder, der einmal als St. Martin in die leuchtenden Augen der Kinder am Martinstag geschaut, die besondere Atmosphäre dieses Tages erlebt hat, erinnert sich dessen zeitlebens mit großer Freude. Es war daher nicht erstaunlich, dass im Frühjahr 2005 nicht weniger als 18 ehemalige Roisdorfer St. Martine aus den Jahren zwischen 1963 und 2004 der Einladung des Martinsausschussvorsitzenden Paul-Heinz Broel folgte, erstmals einen gemeinsamen Ausflug zu unternehmen. Das Ziel war natürlich nicht ein beliebiges, sondern eine der bedeutendsten Martinskirchen unserer Heimat, die Kirche Groß-St. Martin zu Köln. Bei der anschließenden Einkehr im Brauhaus "Zur Malzmühle" ließen es sich die ehemaligen St. Martine nicht nehmen ließen, nach einigen Runden Kölsch ihren Patron lautstark mit dem Lied vom "Hellije Zinte Mäertes" zu ehren.

Weitere Ausflüge - jeweils vom "amtierenden" St. Martin organisiert, folgten 2008 in den Westerwald, 2009 in die Nordeifel und 2010 ins "Römische Köln". Berichte hierüber finden Sie auf den Seiten des Roisdorfer Martinsausschusses. Eine schöne Tradition wurde damit begründet, die die "Ex-Mäertesmänner"  aus allen Generationen zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen ließ, die sich auch weiterhin für die Pflege des Martinsbrauchtums in Roisdorf engagiert.

 

Die Tradition eines jährlich wechselnden St. Martin dürfte bereits auf die Anfänge des Martinszugs in Roisdorf zurückgehen, die mit einem Eintrag in das Protokollbuch der Freiwilligen Feuerwehr vom 9. November 1929 fassbar werden: "Zu Punkt III der Tagesordnung machte der inzwischen anwesende I. Brandmeister (Wilhelm Jüssen) bekannt, das bei Gelegenheit des morgigen Martinszugs die Kameraden als Zugordner bestellt seien. Ferner wurden die Kameraden Hubert Esser, Jacob Brings, Josef und Christian Hamacher, Lohmüller und Wald Jacob als Saalordner bestimmt. Das Entzünden und die nachherige Bewachung des Martinsfeuer wurde dem Führer Peter Lehn nebst einigen Kameraden übertragen." Die Feuerwehr kümmerte sich also um die Absicherung des Zuges, und ihre Reihen waren es auch, aus denen in den Folgejahren häufig die St. Martine hervorgingen. Es finden sich aber durchaus auch andere mehrfach den St. Martin stellende Vereine, etwa der Kirchenchor, die Kolpingsfamilie oder die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft.

Verteilung der Weckmänner durch St. Martin
Johann Schmidt ca. 1949

 

St. Martin Johann Schlitzer 1959

Die Tradition eines jährlich wechselnden St. Martin dürfte bereits auf die Anfänge des Martinszugs in Roisdorf zurückgehen, die mit einem Eintrag in das Protokollbuch der Freiwilligen Feuerwehr vom 9. November 1929 fassbar werden: "Zu Punkt III der Tagesordnung machte der inzwischen anwesende I. Brandmeister (Wilhelm Jüssen) bekannt, das bei Gelegenheit des morgigen Martinszugs die Kameraden als Zugordner bestellt seien. Ferner wurden die Kameraden Hubert Esser, Jacob Brings, Josef und Christian Hamacher, Lohmüller und Wald Jacob als Saalordner bestimmt. Das Entzünden und die nachherige Bewachung des Martinsfeuer wurde dem Führer Peter Lehn nebst einigen Kameraden übertragen." Die Feuerwehr kümmerte sich also um die Absicherung des Zuges, und ihre Reihen waren es auch, aus denen in den Folgejahren häufig die St. Martine hervorgingen. Es finden sich aber durchaus auch andere mehrfach den St. Martin stellende Vereine, etwa der Kirchenchor, die Kolpingsfamilie oder die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft.

 

Längst nicht alle St. Martine der vergangenen acht Jahrzehnte sind indes bekannt. Die folgende, vor dem Jahr 1958 mehr als lückenhafte Liste soll daher als Anregung dienen, die fehlenden Namen und Daten zu ergänzen - um zum nächsten Ausflug vielleicht sogar noch einen der ältesten noch lebenden "Ex-Mäertesmänner" einladen zu können. Der Martinsausschuss würde sich über entsprechende Mitteilungen sehr freuen.

Liste der bekannten Roisdorfer "Mäertesmänner"

Jahr

Tag

Name

Verein  

1948

10.11.?

Wald, Hans

Fw. Feuerwehr

1958

10.11.

Rech, Wilhelm

Kirchenchor

1959

10.11.?

Schlitzer, Johann

Kirchenchor

1963

10.11.?

Schäfer, Karl

 

1964

10.11.

Jüssen, Wilhelm

 

1965

10.11.?

Dahlen, Heinz

 

1966

10.11.?

Klemmer, Willi

Fw. Feuerwehr

1967

8.11.

Schmitz, Werner

 

1968

8.11.

Schaden, Egon

TuS Roisdorf

1969

10.11.

Krings, Matthias

Kirchenchor

1970

10.11.

Lersch, Gerd

TTC Roisdorf

1971

10.11.

Klemmer, Matthias

Fw. Feuerwehr

1972

10.11.

Dick, Heinz

Kolpingsfamilie

1973

09.11.

Same, Franz

 

1974

8.11.

Pauly, Günther

Schulpflegschaft

1975

10.11.

Mandt, Johannes

 

1976

10.11.

Fischer, Edgar

DRK Roisdorf

1977

10.11.

Recht, Johannes

 

1978

10.11.

Dick, Toni

Kirchenchor

1979

9.11.

Rech, Franz-Wilhelm

Musikfreunde

1980

10.11.

Werres, Karl-Heinz

Schützenbruderschaft

1981

10.11

Reuter, Josef

Kolpingsfamilie

1982

10.11.

Gäntgen, Paul

Kirchenchor

1983

10.11.

Lersch, Ulrich

TuS Roisdorf

1984

9.11.

Jung, Willi

KG Vorgebirgssterne

1985

11.11.

Botz, Peter

 

1985

10.11.

Schlösser, Walter

TuS Roisdorf

1987

10.11.

Krings, Bernhard

 

1988

10.11.

Gratzfeld, Gottfried

KG Vorgebirgssterne

1989

9.11.

Bell, Herbert

Kolpingsfamilie

1990

12.11.

Gierlich, Ernst

 

1991

11.11.

Engels, Barthel

Fw. Feuerwehr

1992

10.11.

Nelles, Herbert

TuS Roisdorf

1993

11.11.

Kentenich, Peter

Kolpingsfamilie

1994

10.11.

Broel, Paul-Heinz

 

1995

9.11.

Hundhausen, Karl-Heinz

Heimatfreunde

1996

10.11.

Hartmann, Johannes

Schützenbruderschaft

1997

10.11.

Klemmer, Theo

 

1998

10.11.

Hamacher, Hans

Böömches Fründe

1999

10.11.

Klemmer, Hans-Wilhelm

Fw. Feuerwehr

2000

10.11.

Niederheide, Klaus

Diakon

2001

9.11.

Klemmer, Walter

Schützenbruderschaft

2002

8.11.

Schaefer, Günter

IGRK

2003

10.11.

Kuhl, Johannes

 

2004

10.11.

Lammerich, Werner

 

2005

10.11.

Tönnessen, Bernd

Schützenbruderschaft

2006

10.11.

Lennarz, Heinz 

Heimatfreunde Roisdorf/ Kolpingsfamilie

2007

9.11.

Koch, Frank

 

2008

7.11.

Schumacher, Michael

Musikfreunde Roisdorf

2009

13.11.

Schmidt, Hans-Peter

Schützenbruderschaft

2010

12.11.

Lennarz, Gerd

Musikfreunde Roisdorf

2011

11.11.

Forst, Jörg

Roisdorfer Mineralbrunnen

Weitere "Mäertesmänner", bei denen das genaue Jahr nicht bekannt ist:

1950er

 

Botz, Peter

Fw. Feuerwehr

1950er

 

Breuer, Christian

Fw. Feuerwehr

1950er

 

Jüssen, Wilhelm

Fw. Feuerwehr

1946?

 

Nettekoven, Josef

 

 

 

Palm, Peter

 

 

 

Pütz, Jakob

 

1950er

 

Rech, Heribert

 

 

 

Schlitzer, Karl

 

1949?

 

Schmidt, Johann

 

 

 

Tönnessen, Robert

 

 

 

Vendel, Josef

 

1950er

 

Werres, Johannes

Fw. Feuerwehr

1953?

 

Wirtz, Peter

 

 

 

Unkelbach, Wilhelm

 

 

unbekannter, vielleicht erster Roisdorfer St. Martin mit Gänsekindern, ca. 1927