Die Roisdorfer Advents- und Weihnachtskrippe

Die ganze Vielfalt des Weihnachtsgeschehens

 

Anbetung der Hirten

 

Als der hl. Franziskus in der Heiligen Nacht des Jahres 1223 im Wald zu Greccio erstmals eine lebendige Krippenszene mit Ochs und Esel nachstellte und den Bewohnern der Umgebung beim Gottesdienst über die Menschwerdung Christi predigte, konnte er wohl nicht ahnen, dass dies rasche Nachahmung finden sollte und zunächst in Italien, später auch im übrigen Europa allerorten Weihnachtskrippen in den Kirchen aufgestellt werden sollten. Noch heute ist eine liebevoll gestaltete Krippe der Stolz jeder Pfarrgemeinde.

 

In der Pfarrkirche St. Sebastian zu Roisdorf ist alljährlich ein besonders schönes Exemplar zu bewundern, das sich zudem dadurch auszeichnet, dass hier das Weihnachtsgeschehen durch wöchentlich wechselnde adventliche Szenen vorbereitet wird: Der Verkündigung des Engels an Maria folgt die sogenannte Heimsuchung, also die Begegnung von Maria und ihrer Verwandten Elisabeth. Es schließt sich die Herbergssuche von Josef und Maria in Bethlehem an.

 

Verkündigung an Maria

 

Begegnung von Maria und Elisabet

 

Die fleißige Krippenbaumannschaft bemüht sich um eine ansprechende Gestaltung der einzelnen, dem biblischen Bericht entsprechenden Szenerien. Das Haus der Maria mit offener Veranda, das ländliche Haus von Elisabet und Zacharias, die geräumige orientalische Herberge. Mit viel Liebe zum Detail sind nicht nur die Häuser gestaltet, durch deren Fenster man in Räume mit Möbeln und Geschirr blicken kann, sondern ebenso die umgebende Landschaft. So fehlt z.B. auch der akkurat angelegte Gemüsegarten des Zacharias nicht. Zäune, Werkzeug und Gartengeräte in Miniaturformat, tragen dazu bei, die Szenen lebensnah wirken zu lassen, ohne dabei die symbolische Dimension der Darstellung zu verunklären.

 

Als Figuren dienen die der Weihnachtskrippe, doch werden diese für jede adventliche Szene eigens neu eingekleidet. Großer Wert wird auf ein ausdrucksstarkes Arrangement der beweglichen Figuren gelegt: Jede Figur steht mit der anderen durch Körperhaltung und Gestik in Beziehung, Blicke treffen sich oder vermeiden einander. So öffnet Maria weit die Augen vor der Erscheinung des Engels, lugt Zacharias überrascht und misstrauisch um die Ecke seines Hauses, als Elisabeth der unerwartet eintreffenden Jungfrau Maria entgegeneilt. Der Wirt baut sich abwehrend gestikulierend im Eingang seiner Herberge auf, vor der Josef mit dem Hut in der Hand demütig um Einlass bittet. Auch ohne Worte wird jede Szene zum Sprechen gebracht.

 

Herbergssuche

 

Verkündigung an die Hirten

 

Kurz vor Weihnachten weicht der Altartisch, auf dem die Adventsszenen aufgebaut werden, der weitausladenden Landschaft der Weihnachtskrippe. Auch diese besticht durch die detaillierte Gestaltung und Lebendigkeit der einzelnen Szenen, die bis in den Februar hinein immer wieder dem weihnachtlichen Festkreis entsprechend umgebaut werden: 

An Heiligabend beginnt alles mit der Verkündigung der Geburt an die noch recht verschlafenen Hirten, die dann am ersten Weihnachtstag zur Krippe eilen, um das Jesuskind anzubeten.

 

Es folgt die im 2003 neu aufgenommene und für manchen gewöhnungsbedürftige Szene, in der das Jesuskind gebadet wird - ein Motiv, das insbesondere in der Ostkirche zu jeder Darstellung der Geburt Christi gehört und das die Menschheit des Sohnes Gottes bekennt.

 

Das Baden des Jesuskindes

 

Anbetung der hl. Dreikönige

 

Nicht fehlen darf die Anbetung der hl. Dreikönige, welche die Schätze ihrer Länder dem neugeborenen König der Juden darbringen, ...

 


.... und auch nicht die Flucht nach Ägypten, zu der die hl. Familie gemäß der Weisung des Engels aufbricht.

Flucht nach Ägypten

 

Darstellung im Tempel

 

Traditionell die Weihnachtszeit abschließendend wird die Darstellung Jesu im Tempel aufgebaut, bei der, dem Evangelium des Festes "Mariä Lichtmess" entsprechend, der greise Simeon und die Prophetin Hanna, das Jesuskind als das "Licht, das die Heiden erleuchtet" und als "Herrlichkeit für das Volk Israel" preisen.


Ein Besuch in der Roisdorfer Pfarrkirche zur Advents- und Weihnachtszeit - seit vielen Jahrzehnten für Erwachsene wie für Kinder ein lohnendes Erlebnis!.

Weihnachtskrippe in der alten Pfarrkirche St. Sebastian, 1961

Heilige Familie