Die Freiwillige Feuerwehr Roisdorf
100 Jahre "Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr"
![]() Fahnen der Freiwilligen Feuerwehr
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Mit
einem großen Fest begeht im April 2003 die Freiwillige Feuerwehr Roisdorf das
100jährige Jubiläum ihres Bestehens. Der erste Eintrag im ältesten
Protokollbuch, jahrzehntelang verschollen und erst in jüngster Zeit
wiederentdeckt, betrifft in der Tat den 15. März 1903. Am Abend dieses Tages
kamen für das Gemeinwohl engagierte junge Roisdorfer im Saal der Wirtschaft
Kopp in der Brunnenstraße zusammen. Lassen wir das Protokollbuch sprechen: „Aus
Anlaß der in letzter Zeit vorgekommenen Brandunglücke haben wir es uns zur
Pflicht gemacht, auch hier eine Feuerwehr zu gründen. Zu diesem Zwecke wurde
am heutigen Tage beim Gastwirten Herrn Heinrich Kopp eine Versammlung
abgehalten, welche durch den provisorischen Vorsitzenden Herr Josef Schefers
eröffnet wurde. Durch
einige Vorstandsmitglieder der freiwilligen Feuerwehr zu Endenich wurde uns
die Bedeutung und der Zweck einer Wehr in eingehenden Worten klargelegt,
worauf sich sofort 35 aufgeschlossene Männer zur Wehr meldeten und sich den
Anordnungen der vorgelegten Statuten unterwarfen, welche auch von Herrn Bürgermeister
Breuer in Bornheim genehmigt wurden. Hierdurch erfolgte die Vorstandswahl, wobei folgende Herren gewählt wurden 1.
Johann Weber als I. Hauptmann Sämtliche Gewählten nahmen die Wahl dankbar an und verpflichteten sich, den angewiesenen Posten gewissenhaft und energisch zu handhaben, worauf die Versammlung gegen 10 Uhr geschlossen wurde.“
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Im
September 1904 zog man eine erste Bilanz der bisherigen Aktivitäten und hob
hervor, dass man vier Brände, und zwar einen in Bornheim und drei in Roisdorf,
zur allgemeinen Zufriedenheit der Einwohner der Gemeinde bekämpft habe. Der II.
Brandmeister Wilhelm Bell mahnte die Kameraden, auch weiterhin im Brandfalle
ihrem Hochrufe „Gott zur Ehr und dem Nächsten zur Wehr“ treu zu bleiben. Doch
von Anfang an standen nicht nur Versammlungen, Übungen und Einsätze auf dem
Programm, sondern z.B. auch die alljährliche Organisation eines
Weihnachtskonzertes und die einer Weihnachtsbescherung, von der ein Bericht aus
dem Jahre 1905 zeugt: „Mit Freude und Stolz auf seine Wehrleute, welche sich mit ihrer Familie so zahlreich eingefunden hatten, begrüßte er (Hauptmann Weber) die Anwesenden, worauf das Mitglied Hof eine kernige Ansprache hielt. Nun wurden die einzelnen Weihnachtsgeschenke unter die Kinder verteilt und heller Jubel der Kinder und die vergnügten Gesichter der Angehörigen verrieten, daß alles zur schönsten Zufriedenheit beschert worden war.“ Der
vereinsmäßige Zusammenschluss diente nicht zuletzt der sozialen Absicherung
der Mitglieder. Dies kam bei der Freiwilligen Feuerwehr durch die Gründung
einer eigenen Krankenkasse zum Ausdruck, die später (1926) durch eine
Sterbekasse ergänzt werden sollte. So beschloss man in der Versammlung vom
2.12.1906:
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Restauration von Heinrich Kopp, 1910er Jahre
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Die anfängliche Begeisterung für den Dienst in der Wehr ließ jedoch bei manchen Kameraden rasch nach. Dass erhebliche Mängel bei der Disziplin wie auch bei der Ausrüstung zu verzeichnen waren, belegt der geradezu vernichtende Revisionsbericht des Kreisbrandmeisters vom 19.10.1908, dessen Schilderung indes nicht des Humors entbehrt und der hier, der Kuriosität halber, wiedergegeben sei:
![]() Gründer der Freiwilligen Feuerwehr, 1903
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„Die 12 – 14 Mann der freiwilligen Feuerwehr Roisdorf, die nach kurz vorhergegangener Alarmierung auf der Straße angetreten waren – einen Übungsplatz gibt es nicht – zeigten schon bei der Aufstellung, daß weder militärischer Geist und Schulung, noch irgend ein Verständnis für Uniformierung in der nicht mehr jungen Wehr vorhanden ist. So sieht ungefähr eine Truppe aus, die sich als Feuerwehr maskiert. Der Brandmeister, natürlich im Überrock, mit Oberbrandmeister-Achselstücken und einem unvorschriftsmäßigen Helm; der Hornist in einem Rock mit weißen Tressen um Kragen und Ärmelaufschläge mit einem Artillerie-Helm mit gelben Beschlägen, während die andere Beschläge weiß sind; wieder ein anderer mit einem Offizier-Helm mit himmelanstrebender Spitze – neueste Mode – obgleich der Mann absolut keinen auch nur offizierähnlichen Posten bekleidete; ... kurz, eine Kirmesmaskerade, zu der aber auch der Geist in der Wehr stimmen soll. Da die Wehr in Roisdorf nicht oftmals Gelegenheit hat, im Branddienste tätig zu sein, so verlegt sich der Schwerpunkt in die Teilnahme an allen Festlichkeiten in näherer und weiterer Nachbarschaft, so daß es in der Umgegend kaum eine Veranstaltung geben soll bei der die freiwillige Feuerwehr Roisdorf fehlte. Danach auch die Erziehung in der Wehr; grüßte ich doch, nachdem ‚Stillgestanden’ kommandiert und ich der Wehr beim Weggehen ‚adieu Feuerwehr!’ sagte, ein in Reih und Glied stehender Mann – der mit der himmelanstrebenden Helmspitze, mit an den Helm angelegter Hand und einem tiefen Bückling!! |
Charakteristisch ist auch, daß das mehr wie dürftige Steigergerüst gleich an einem zu einem Wirtshause gehörenden Gebäude angebracht und die Wehr von des Wirten wohlwollender Gesinnung sehr abhängig ist. Dabei sehen die paar mangelhaften Geräte aus, daß sich Gott erbarm; voller Dreck; in Jahren nicht gereinigt, verwahrlost. Die Wehr hat eine alte Spritze, die, weil sie noch halb voll Wasser stand und nicht trocken war, auf ihre Brauchbarkeit und Funktionsfähigkeit nicht untersucht wurde. Es ist Wasserleitung vorhanden und so besitzt die Wehr denn einen Schlauchhaspelwagen, 3 Standrohre, 130 Meter Druckschlauch mit Kuppelungen und 150 Meter mit Rheinisch Normalgewinde. Dann wurde mir ein Stück Holz mit einigen modrigen Stücken Seil und einer mehr wie verrosteten Seilrolle vorgezeigt und als ‚Rettungsapparat’ vorgestellt; Ein Ding, das polizeilich konfisziert und dessen Anwendung bei Androhung der Todesstrafe verboten werden müßte; denn seine Anwendung steht auf gleicher Höhe mit vorsätzlichem Totschlag.
Um mich kurz auszudrücken: die freiwillige Feuerwehr Roisdorf steht bei weitem nicht auf der Höhe dessen, was von einer polizeilich anzuerkennenden freiwilligen Feuerwehr verlangt werden muß. Vor allem ist eine bessere militärische Erziehung unbedingtes Erfordernis und ist es die Pflicht des Brandmeisters und des Zeugwartes, dafür zu sorgen, daß die sämtlichen Geräte und Utensilien wenigstens so weit sauber sind, daß man ihre Grundfarbe erkennt und an sie herantreten kann, ohne sich selbst zu beschmutzen. Die Wehr muß ihren Schwerpunkt da suchen, wo er liegt: in einer anständigen, vorschriftsmäßigen Uniformierung; einer tüchtigen Ausbildung nach den Vorschriften des Feuerwehrverbandes der Rheinprovinz und in der Beschaffung und Instandhaltung ordentlicher, brauchbarer und sauberer Geräte.
Mehr männlicher Ernst und weniger Vergnügungssucht ist dringendes Erfordernis!“
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Die
Roisdorfer Freiwillige Feuerwehr steckte also, kaum gegründet, in ihrer
sicherlich tiefsten Krise. Wenig später brechen die ohnehin nur noch sporadisch
erfolgenden Eintragungen im Protokollbuch ab. Erst nach dem Ende des Ersten
Weltkriegs wagte man einen Neuanfang, von dem die am 28.9.1919 abgehaltene
Versammlung zeugt: „Am heutigen Abend 8.00 Uhr war bei der Gastwirtin Frau Schumacher eine Versammlung der Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr, von dem bestehenden Vorstand anberaumt, welche nach Beendigung des Krieges die erste war, wo es galt, einmal die Stärke der noch bestehenden Wehr sowie deren Kassenbestand festzustellen. Die Versammlung wies einen recht traurigen Bestand der Mitglieder auf. Es waren 7 Mitglieder anwesend, und zwar der Kassierer und sechs aus dem Kriege zurückgekehrte Mitglieder. Von den anderen Kameraden waren fünf auf dem Felde geblieben und noch zwei in Gefangenschaft zurück. Durch Aufstehen wurde der Kameraden ehrend gedacht. Hierauf wurde der Kassenbestand festgestellt, der sich auf einen Betrag von (Lücke) belief. Um diesen etwas aufzubessern und überhaupt den Mitgliedern nach so langer Zeit mit ihren Angehörigen noch einmal einen vergnügten Abend zu machen, wurde beschlossen, am 29. August eine geschlossene Musik zu veranstalten, was mit großer Genugtuung und Stimmenmehrheit aufgenommen wurde.“
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![]() Ansichten aus Roisdorf, 1910er Jahre
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![]() Roisdorfer Brunnenstraße, 1920er Jahre
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In
den 1920er und 1930er Jahren entwickelte sich die Roisdorfer Freiwillige
Feuerwehr unter den I. Brandmeistern Josef Ahrend, Josef Schlösser, Wilhelm
Jüssen,
Johann Wald und Wilhelm Krings zu einer effizient arbeitenden und für das
Gemeinwohl unverzichtbaren Truppe. Diese nahm auch einen festen Platz im
Ortsleben ein. Sie beteiligte sich z.B. bei den Fronleichnamsprozessionen und übernahm
spätestens ab 1928 die Organisation des alljährlichen Martinszugs nebst
Bewachung des Martinsfeuers. Berichte über die doch sicherlich zahlreichen
Brandeinsätze finden sich in den Protokollbüchern indes kaum. Hier ein
Beispiel aus dem Jahr 1924: „Am 31.3.1924 brach mittags gegen 1 Uhr bei Jakob Laufenberg ein Brand aus. Durch das tatkräftige und zahlreiche Eingreifen der Wehr wurde das Feuer in ganz kurzer Zeit auf seinen Herd beschränkt. An der Löscharbeit beteiligten sich zirka 15 Mann.“ Von
der fast militärisch anmutenden Übergabe der Wehr an den neuen I. Brandmeister
Josef Schlösser am 27.3.1926 berichtet das Protokollbuch: „Nachdem nun der Kassenführer das Protokoll der letzten Generalversammlung verlesen, gegen das niemand etwas einzuwenden hatte, schritt man zur Übergabe. Der II. Brandmeister ließ dazu die Wehr antreten und übergab dem neuen I. Brandmeister den Degen. Nach einer regen Ansprache mahnte letzterer nochmals an die Worte, welche bei der letzten Versammlung gesprochen, daß er Disziplin und Manneszucht von jedem verlange und das ein jeder sein bestes hergebe zum Blühen und Gedeihen der Wehr.“
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Ein
wesentliches Element des kulturellen Lebens in Roisdorf waren in den 1930er
Jahren die von der Wehr organisierten Theaterstücke und Winterkonzerte, von
denen erstmals das Protokoll der Versammlung vom 7.12.1929 spricht:
„Betreffs Weihnachtsfeier, so soll selbige nicht am Neujahrstag, sondern am 2. Weihnachtstag abgehalten werden, und zwar in demselben Rahmen als auch in den vorhergehenden. Von der Aufführung eines Theaterstückes bei derselben soll jedoch Abstand genommen werden, und sollte dieses vielmehr am 1. Januar abends 8 Uhr zur öffentlichen Aufführung kommen. Nach erläuterten Vorstellungen dazu, welche von Kamerad Math. Kronenberg gemacht, handelt es sich um ein dramatisches Volksspiel in 6 Akten betitelt am Waldkreuz. Als Eintrittsgeld soll 70 Reichspfennig erhoben werden jedoch erhält jedes aktive und inaktive Mitglied, sowie die Herrn Ehrenmitglieder je eine Freikarte.“
Natürlich
galt es weiterhin in erster Linie, die Schlagfertigkeit der Wehr durch regelmäßige
Übungen und Schulungen der Kameraden zu gewährleisten, auch über den üblichen
Brandschutz hinaus. 1932 z.B. besuchte man gemeinsam in Bonn eine Ausstellung
zum Gasschutz bei Luftangriff. 1938 entsandte man einen Kameraden zur
Feuerwehrschule nach Koblenz. Daneben war man um die Vervollständigung der Ausrüstung
bemüht, etwa durch die Anschaffung einer Motorspritze im Jahre 1934. Für das
Jahr 1932 erstattete der II. Brandmeister Josef Schlösser einen kurzen
Jahresbericht:
„... demnach ward die Wehr im vergangenen Jahre dreimal alarmiert. Es wurden 8 Übungen und 12 Versammlungen abgehalten.“
![]() Aufhängung der neuen Glocken unter Mitwirkung der Freiwilligen Feuerwehr, 1948
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Aus
der Zeit des Zweiten Weltkriegs, in der die meisten Kameraden zum Dienst in
der Wehrmacht eingezogen waren – wenigstens fünf von ihnen fielen bzw.
blieben vermisst –, finden sich keine Einträge im Protokollbuch. Dennoch
muss es auch in dieser Zeit, wie aus späteren Protokollbucheintragungen
hervorgeht, zahlreiche Einsätze gegeben haben, wurde die Wehr sogar bis nach
Köln, Düsseldorf und Aachen gerufen. Nach Kriegsende musste sich die Wehr,
ähnlich wie nach dem Ersten Weltkrieg, von neuem organisieren. Dies begann
mit einer Versammlung vom 16. März 1946: „Kamerad Brandmeister Joh. Klemmer eröffnete gegen 8 ½ Uhr die Versammlung. Als neuernannter Brandmeister hieß er die anwesenden Kameraden herzlich willkommen. Anwesend waren 18 Kameraden, während 6 ohne Entschuldigung fehlten. Er spornte die Kameraden an, ihm auch weiterhin die Treue zu halten, zum Wohle der Gemeinde. Als Punkt 1 der Tagesordnung kam man zur Vorstandsfrage. Zum Kassierer wurden Kamerad Chr. Breuer und Peter Hoppe von der Versammlung vorgeschlagen und mit 14 Stimmen wurde Chr. Breuer für diesen verantwortungsvollen Posten gewählt, welcher denselben annahm. Als Gruppenführer wurden von Kamerad Brandmeister Joh. Klemmer die beiden Kameraden Math. Krings und Wilh. Klemmer bestimmt und das alte Mitglied Kamerad Jos. Hamacher als Ehrenbeisitzer. Als Punkt 2 ging man zur Einkleidung. Es wurde den betreffenden Kameraden, welchen Bekleidungsstücke fehlten, anheim gestellt, sich im Laufe der kommenden Woche bei Kamerad Chr. Hamacher zu melden. Als Punkt 3 kam die Sterbekasse zur Sprache. Man kam zur Einigung, daß alle Kameraden ab 1. Januar zur Sterbekasse beitreten sollten.“ |
Wieder
den Ausbildungs- und Ausrüstungsstand der Vorkriegszeit zu erreichen, aber
auch die übrigen örtlichen Aktivitäten wieder aufzunehmen, war für die
Wehr, als deren regulärer I. Brandmeister 1946 Wilhelm Klemmer gewählt
wurde, in der entbehrungsreichen Nachkriegszeit nicht einfach. So berichtet
das Protokoll der Versammlung vom 18.1.1947:
„Punkt II Bestandsaufnahme der Ausrüstung: die noch vorhandene Ausrüstung der Kameraden wurde listenmäßig aufgenommen. Leider mußte festgestellt werden, dass ein Teil der Ausrüstungsstücke durch Kriegseinwirkung verloren gegangen sind.
Unter Punkt Verschiedenes wurde beschlossen, wie in den Vorkriegsjahren wieder jährlich 2 mal eine Tanzmusik abzuhalten. Mit Vereinbarung des Gastwirts J. Pütz wurden der erste Sonntag im Mai und der erste Sonntag nach St. Martinus festgesetzt. Zu diesen Veranstaltungen sollen die Ehrenmitglieder und inaktiven Mitglieder eingeladen werden.“
Die
Wehr richtete am 14.2.1948 ein Schreiben an den Kreisbrandmeister:
„... in dem bestehende Mängel angeführt, welche zur Zeit unsere Wehr nicht in vollem Umfange einsatzfähig erscheinen läßt. Erstens durch ungenügende Uniformen, zweitens durch zuwenig Schlauchmaterial, drittens durch unsere unzuverlässige Motorspritze, viertens durch ein nicht vorhandenes Einsatzfahrzeug. Eine Stellungnahme des Herrn Kreisbrandmeisters war bis zu dieser Versammlung nicht eingegangen.“
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Eine
800-l-Motorspritze konnte aber noch 1948 beschafft werden, ebenso z.B. im
Jahre 1951 als Ausrüstungsgegenstände 18 Uniformröcke, 18 Schirmmützen, 5
Schlauchhalter, 18 Schlauchbinden, 2 Laternen und 3 Fangleinen. Die Roisdorfer
Wehr war bald wieder voll einsatzfähig. Dies unter Beweis zu stellen, bot
sich das Jubiläum des 50jährigen Bestehens an, das am 1. und 2. August 1953
unter Beteiligung des gesamten Ortes stattfand und mit einem Kreisverbandsfest
verbunden wurde. Hierüber berichtet das Protokollbuch: „Unser 50jähriges Jubelfest verbunden mit dem Kreisverbandsfest begangen wir am 1. August um 20 Uhr im Saale Jakob Pütz mit einem Festkommers. (Die Resonanz) auf unsere Einladungen an die Bürger und Ortsvereine der Gemeinde Roisdorf zu dem Festkommers übertraf alle Erwartungen der Wehr. Brandmeister Klemmer eröffnete den Festkommers. Er begrüßte alle Erschienenen und hieß sie herzlich willkommen. Mit einem würdigen Prolog, der vorgetragen wurde von der Schülerin Maria Hoppe begann unser Festkommers. Die Wehr dankte der Schülerin mit einer kleinen Anerkennung. Dann übergab Brandmeister Klemmer das Wort unserem Schirmherren Amtsbürgermeister Hubert Schäfer. In seiner Ansprache würdigte er die hiesige Wehr und überreichte ihr als äußeres Zeichen zur Anerkennung unseres 50jährigen Jubelfestes eine Ehrenurkunde. Außerdem überraschte er uns mit einem Geldgeschenk von 300 DM von der Gemeinde Roisdorf. Durch ein wechselhaftes Programm unter Mitwirkung aller Ortsvereine und der Freiw. Feuerwehrkapelle Rheinbach verlief der Abend in Zufriedenheit aller Anwesenden. |
Jubiläumsfoto der Freiwilligen Feuerwehr, 1953
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Unser eigentliches Jubelfest verbunden mit (dem) Kreisverbandsfest begann die Wehr am 2. August 53 mit einem Festgottesdienst, wozu alle Kameraden teilnahmen. Während des Gottesdienstes fand im Saale Wilh. Wirtz die übliche Delegiertentagung statt. Nach dem Festgottesdienst versammelten sich sämtliche Ortsvereine, die geschlossen mit unserer Wehr zur Gefallenenehrung schritten. Die Ansprache zur Gefallenenehrung hielt Kamerad Jos. Nettekoven. Als äußeres Zeichen legte er einen Kranz nieder. Zum Beitrage verschönerten Kirchenchor und Männergesangverein die Ehrung. Die Feuerwehrkapelle Rheinbach spielte zum Anschluß das Lied vom guten Kameraden. Nach diesem schritt die Wehr mit den Ortsvereinen zum Lokale Pütz zum kurzen Frühschoppen. Nach der Delegiertentagung welche um 12 Uhr beendet war, fand im Saale Pütz ein gemeinsames Mittagessen statt. Als äußeres Zeichen unseres Jubelfestes traten 16 Mädchen zum Verkauf von Festabzeichen in Tätigkeit; für die Arbeit und Gelingen zum Verkauf der Festabzeichen sei hiermit an dieser Stelle den Mädchen nochmals gedankt.
Um 2 Uhr waren die Wehren des Landkreises Bonn verbandsmäßig verpflichtet worden, an dem Versteigerungsgelände Aufstellung zu nehmen. 2.30 Uhr wurde von der Amtswehr Bornheim eine alarmmäßige Schau und Rettungsübung vorgeführt. Vorstehende Übungen wurden von den zahlreichen Zuschauern mit Zufriedenheit aufgenommen. Nach Abschluß der Übung nahmen die Wehren des Landkreises Bonn Aufstellung zum Festzug durch den Ort. Nach Beendigung desselben wurde der Festzug an den Festlokalen aufgelöst. Die Jubelwehr beschloß ihr Fest mit einem gemeinschaftlichen Ball im Saale Wilh. Frings.“
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In
den 1950er Jahren richtete sich das Bestreben der Wehr auf die Modernisierung
der Ausrüstung durch Anschaffung eines motorisierten Fahrzeugs und auf die längst
fällige Errichtung eines neuen Spritzen- bzw. Gerätehauses, waren die
bislang genutzten Kellergewölbe der Volksschule in der Brunnenstraße doch längst
nicht mehr ausreichend. Ersteres gelang 1956, auch wenn es sich nur um ein älteres,
nach einem Unfall generalüberholtes Fahrzeug handelte, dem man
dementsprechend den Spitznamen „et Hönkche“ gab: „Am 2.12.56 wurde von der Amtsbehörde aus der überholte L.F. 8 von Bornheim der Roisdorfer Wehr von Amtsdirektor Ditz (dem Chef der Wehr) übergeben. Inzwischen hatten wir von Amtsbürgermeister Schäfer Bescheid bekommen, daß wir die Scheune im Hause Kuhl, Siegesstraße als Notunterkunft für unser Löschfahrzeug herrichten sollen. Material wurde uns zur Verfügung gestellt. Mit vereinten Kräften war das in einigen Stunden geschafft und zogen dann mit Wagen Spritze und Anhänger um.“ Abgelöst
wurde das alte „Hönkche“ 1965 von einem neuen TLF 16, einem Großlöschgerät
mit 2.400 l Fassungsvermögen zum Preis von 59.000 DM. 1959
beförderte Amtsbrandmeister Botz die Roisdorfer Wehr zum Löschzug, da mit 41
Mitgliedern die hierfür vorgesehene Kopfzahl und auch die
Materialerfordernisse erfüllt waren. Eine wichtige Aufgabe des zum
Oberbrandmeister beförderten I. Brandmeisters Peter Hoppe war die
Organisation des Amtswehrfestes, das am 3. Mai 1959 in Roisdorf begangen
wurde. Das Fest mit Hochamt, Gefallenenehrung, Frühschoppen, Festzug und
abschließendem Festball fand seinen Höhepunkt in einer spektakulären Schauübung
auf dem Gelände der Obst- und Gemüseversteigerung: |
![]() Schauübung auf dem Versteigerungsgelände, 1959
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„In mühevoller Kleinarbeit, wofür, neben vielen Ungenannten, sich unser Kamerad Winkelhoch besonders einsetzte, entstand hier eine B.V. Tankstelle, die dazu verurteilt war, mit Öl und Benzin getränkt zu werden, um dann nach einem gewollten Mißgeschick zu brennen. Die beiden Landstreicher Fritzen und Winkelhoch schoben einen Opel-Olympia an, um denselben aufzutanken. Weil die an jeder Tankstelle gebräuchlichen Vorsichtsmaßregeln außer Acht gelassen waren, gerieten Auto mit Tankstelle in Brand. Das Telefon der Tankstelle funktionierte, während die Wirkung eines dort hängenden Minimax Schaumlöschers ausblieb. So konnten sich nach wenigen Minuten nachdem die Sirene aufgeheult war, zwei Gruppen unserer Wehr damit begnügen, die eben zusammengefallene Tankstelle und das hellauf brennende Auto unter Einsatz von zwei Motorspritzen, wo an einer ein Schaumlöschzumischgerät angeschlossen war, zu löschen. Die Aktion unter Leitung von Brandmeister Hoppe hatte den Erfolg, daß der Brand sich nicht ausdehnen konnte, und, wie die Zeitung schrieb, größere Kesselexplosionen vermieden werden konnten.“
Aus
dem Jahr 1962 berichtet das Protokollbuch von einem Missgeschick, an dem der
hl. Florian beteiligt gewesen sein soll:
„In Zusammenhang mit der Materialanforderung 1963 schilderte Johannes Werres berechtigt den schlechten Zustand seiner Dienstmütze. Er sagte dabei, dass sich beim gemeinsamen Kirchgang am 6.5. der hl. Florian auf seine Mütze gesetzt habe.“
![]() Neues Gerätehaus, 1966
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Die
Bemühungen zur Errichtung eines brauchbaren Gerätehauses zogen sich über
Jahre hin. Über Standorte bei der Gastwirtschaft Hamacher und auf dem Gelände
der ehemaligen Fabrik Gammersbach wurde mit der Gemeinde Bornheim verhandelt,
indes blieb es bei Versprechungen. Schließlich richtete Schriftführer Ernst
Cremer 1961 einen eindringlichen Appell an die Gemeinde: „Die Gemeinde muß hierzu berücksichtigen, daß wir uns nicht für ein Gerätehaus interessieren, weil andere Wehren unserer Größe das als selbstverständlich längst besitzen, sondern weil wir die Notwendigkeit erkennen, daß ein wirksamer Feuerschutz nur dann aufrecht erhalten werden kann, wenn wir in der Lage sind, unsere Geräte und Ausrüstung in ordnungsgemäßem Zustand erhalten zu können.“ Man
drohte gar in einer – innerhalb der Wehr allerdings umstrittenen –
Resolution, „... daß, wenn innerhalb von drei Monaten die Verwaltung nicht zu einem brauchbaren Entschluß in dieser Sache kommen wird, den Feuerschutz in unserem Löschbezirk niederzulegen.“ Hierzu
kam es freilich nicht, obwohl sich nach dem Abriss des Unterstellraums für das
Löschgerät, der 1963 durch den Neubau des St. Josef-Heims in der Siegesstraße
bedingt war, die Situation nochmals verschärfte. Man musste sich mit einer
Notunterkunft auf dem Versteigerungsgelände behelfen. Erst unter
Oberbrandmeister Peter Hoppes Nachfolger, Brandmeister Wilhelm Klemmer, ab 1965
amtierend, war es so weit: Am 17. Dezember 1966 konnte die Wehr nach 63 Jahren
erstmals ein stattliches Gerätehaus ihr eigen nennen, das auf dem Gelände des
ehemaligen „Wohlfahrtshauses“ in der Siegesstraße errichtet worden war.
Amtsbürgermeister Hubert Schäfer übergab die Schlüssel mit den Worten: „Der heutige Tag ist ein Markstein in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Roisdorf. Nicht nur das neue Gerätehaus, sondern auch das neue Tankfahrzeug (ein TLF 16) wird gesegnet und übergeben und als drittes wird die neue Fahne enthüllt werden. ... Wenn wir heute unsere Wehr gut untergebracht haben, so ist das für die Bevölkerung Roisdorfs und Umgebung ein beruhigendes Gefühl.“ Dem feierlichen Akt der Übergabe und der Einsegnung durch Pastor Matthias Ossenbrink folgten ein Festzug und ein Festkommers im Saal Badenheuer, den die Roisdorfer Musikfreunde, der Kirchenchor und der Männer-Gesang-Verein mit Musik und Liedbeiträgen untermalten. Die neue Fahne, welche die alte, im Jahre 1920 gestiftete ersetzte, symbolisierte die erneute Aufbruchsstimmung, die in der Wehr herrschte. Eine Rekordzahl von 54 Mitgliedern im Jahr 1967 bestätigt diese.
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1968
wurde der Brandmeister Wilhelm Klemmer von Brandmeister Matthias Klemmer abgelöst.
Die Zahl der Einsätze stieg in dieser Zeit stetig, so waren es z.B. 1973 16
Einsätze, 1974 dann 17, 1975 bereits 26 und 1976 schließlich 38 Einsätze.
Zahlreiche Wettbewerbe, an denen sich die Roisdorfer Wehr in den 1960er und
1970er Jahren beteiligte, zeugten vom hohen Niveau des Ausbildungsstands. So
konnte man, um ein beliebiges Beispiel herauszugreifen, 1973 stolz darauf
sein, dass eine Gruppe unter Leitung von Hubert Kentenich bei einem
Schnelligkeitswettbewerb in Brenig den Sieg errang. Auch trat die Wehr selbst
als Veranstalter von Wettbewerben auf, so etwa 1970, aber ebenso wiederholt in
den Folgejahren: „Zu einem Leistungswettbewerb versammelten sich am 10. und 11. Oktober (1970) 50 Feuerwehren des Rhein-Sieg-Kreises auf dem Gelände der Obst- und Gemüseversteigerung. Dabei mußten die einzelnen Gruppen Schnelligkeit, Erste Hilfe und Bedienung der Geräte unter Beweis stellen, die von kritischen Schiedsrichtern überwacht wurden. Kreisbrandmeister Willems konnte zufrieden feststellen, daß die Durchschnittszeiten besser als im Vorjahr waren.“
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Übung der Freiwilligen Feuerwehr, 1960er Jahre
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![]() Jubiläumsfoto der Freiwilligen Feuerwehr, 1978
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Nachbarschaftshilfe
unter erschwerten Bedingungen erfolgte 1978: „Am Morgen des 12. Februar wurden wir von der Nachbarwehr Alfter zur Bekämpfung eines Brandes in einem Fachwerkhaus im Landgraben bei eisglatter Straße gerufen. Durch die geschlossene Schnee- und Eisdecke gestalteten sich die Löscharbeiten recht schwierig, da das Auffinden der Hydranten doch einige Zeit in Anspruch nahm.“ Im
gleichen Jahr konnte als weiteres Löschfahrzeug ein Ford Tax LF 8, zwar
gebraucht, aber doch leistungsfähig, angeschafft werden. Ebenfalls 1978 galt
es, das Jubiläum des 75jährigen Bestehens der Roisdorfer Wehr gebührend zu
begehen:
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Mit
der erwähnten Gründung der Jugendfeuerwehr – diese kann 2003 mit Stolz ihr
25jähriges Bestehen feiern – intensivierte die Roisdorfer Wehr ihre
Jugendarbeit, was bereits 1980 die ersten Früchte zeigte: In diesem Jahr wurden
die ersten sieben Kameraden aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Gruppe übernommen.
Fast in jedem folgenden Jahresbericht wird die Jugendfeuerwehr lobend erwähnt.
1985 ging ihre Leitung an Hans Wilhelm Klemmer über: „Brandmeister Blasczyk, bei dem unsere Jugend immer gut aufgehoben war, mit ihnen an Zeltlagern, Fußballspielen, Schulungen, Übungen und Spielen teilnahm, sei von hier nochmals herzlich gedankt für die mühevolle und nicht immer einfache Arbeit mit so vielen jugendlichen Kameraden.“
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Jugendfeuerwehr, 1978
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![]() Ehrenwache am Volkstrauertag, 1996
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Einige
Ereignisse aus der Vereinsgeschichte der 1980er und 1990er Jahre, in denen
Barthel Engels (ab 1981) und Paul Blasczyk (ab 1987) die Wehr als
Oberbrandmeister führten, seien wiederum schlaglichtartig aufgeführt. 1988
löste ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) das seit 1966 in Roisdorf stationierte
ab. Die Wehr rückte in den 1980er Jahren im Durchschnitt zu 19 Einsätzen pro
Jahr aus. Einen spektakulären Einsatz verzeichnen die Protokolle zum Jahr
1985: „Am Freitag, den 29. November heulten um 5.40 Uhr die Feuersirenen im Stadtgebiet. Der bis wenige Stunden zuvor unter Denkmalschutz stehende Tanzsaal sowie der Dachstuhl des Gasthauses ‚Zum Kliehof’ (in Bornheim) brannte völlig nieder. Da in dem gesamten Anwesen seit einem Jahr weder Gas noch Elektroleitungen in Betrieb waren und die Flammen an mehreren Stellen gleichzeitig emporschlugen, vermutete man Brandstiftung. Im Berichtsjahr rückte unsere Wehr zu 15 Bränden mit insgesamt 7 Stunden und 18 Minuten aus. Außerdem 9 ½ Stunden nach den vielen Unwettern, wo ganze Straßen mit Lehm und Geröll überflutet waren. 11 ½ Stunden stellten wir bei Veranstaltungen eine Sicherheitswache und dreimal leisteten wir Nachbarschaftshilfe. Die Mitgliederzahl unserer Löschgruppe betrug am 1.1.86 insgesamt 62 Kameraden, davon 36 im aktiven Dienst tätig, 11 in der Altersabteilung und 13 Jugendfeuerwehrleute, die uns tatkräftig unterstützten.“ . |
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Zur
regelmäßigen Institution wurden die „Tage der offenen Tür“ im
Gerätehaus. Hierüber berichtet das Protokoll des Jahres 1982: „Zum ‚Tag der offenen Tür’ konnte Brandmeister Barthel Engels bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen viele Gäste und Kameraden begrüßen. Für das leibliche Wohl sorgte Kamerad Herbert Eich mit einem Gemüseeintopf und für durstige Kehlen schenkten wir ‚Kölsch vom Faß’ aus. Die auf Hochglanz polierten Fahrzeuge und Geräte fanden ein großes Interesse bei unseren Besuchern. Die Rundfahrten durch unseren Ort mit den Löschfahrzeugen war die Attraktion für die vielen jugendlichen Gäste.“ Im
Jahre 1987 musste der „Tag der offenen Tür“ allerdings ausfallen, wie das
Protokollbuch berichtet: „Alles war schon im Gerätehaus, da ging in den späten Abendstunden des 22. August ein heftiges Gewitter mit tennisballgroßen Hagelkörnern nieder. Innerhalb einer Viertelstunde vernichtete das Unwetter fast alle Glasscheiben an den Treibhäusern und Freilandkulturen. Da wir selbst bis spät in der Nacht im Einsatz waren und auch mancher Kamerad zu Hause Umweltschäden zu beseitigen hatte, entschlossen wir uns Sonntagsfrüh, den Tag der offenen Tür abzublasen.“
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Tag der Offenen Tür, 1996
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![]() Verbrennung des Kirmespaias unter Aufsicht der Freiwilligen Feuerwehr, 2000
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Am
24. Oktober 1990 hielten zwei Brände in nur drei Stunden die Kameraden in Atem: „Gegen 14.00 Uhr brannte ein Stapel Paletten und Kisten bei einem Teehändler in der Friedrichstraße. Neben unserer Löschgruppe rückten die Freiwilligen aus Bornheim und Brenig an, um ein Übergreifen der Flammen auf ein benachbartes Lagergebäude zu verhindern. Gegen 17.00 Uhr ertönten erneut die Sirenen. In einer Kellergarage am Oberdorfer Weg, wo einige Motorräder abgestellt waren, brach ein Brand aus. Mit schwerem Atemschutz rückten unsere Kameraden unterstützt von Bornheimer Wehrmännern dem Brand mit Schaum zu Leibe, da Kunststoffteile von den Motorrädern lichterloh brannten. Auch hier konnte ein Übergreifen der Flammen durch schnellen Einsatz der Löschgruppen verhindert werden.“ Ein
umfangreiches Programm organisierte die Wehr zum 16. Stadtfeuerwehrtag, der am
17./18. August 1996 in Roisdorf stattfand: Wettkämpfe der Jugendfeuerwehren,
ein Rheinischer Abend mit Auftritten der „Räuber“ und des „Botterblömchens“
im Festzelt, Gottesdienst, Kranzniederlegung am Ehrenmal, Musikalischer Frühschoppen,
Festzug und natürlich Einsatzübungen aller anwesenden Feuerwehren der Stadt
Bornheim. Stadtbrandmeister Georg Gennrich dankte der Löschgruppe Roisdorf für
mehr als neun Jahrzehnte verantwortungsvolle Arbeit unter stets neuen
Einsatzbedingungen zum Schutz und zur Sicherheit der Mitbürger. Er grüßte mit
den Worten: „Wenn es gilt, Tradition mit fortschrittlichem Denken zu verbinden, dann sollte dabei nicht vergessen werden, die menschlichen Bindungen innerhalb der Feuerwehrgemeinschaft zu vertiefen, Kameradschaft und Zusammengehörigkeit in der Idee stärker in das Bewußtsein des Einzelnen zu bringen.“
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Ein
treffendes Beispiel für Kameradschaft und Zusammengehörigkeit sei dem
Jahresbericht zu 1997 entnommen: „Im vergangenen Jahr stand unser Gerätehaus zu zwei Samstagen besonderen Dingen zur Verfügung: Polterabende von Andreas Reske und Bert Arenz. Beide Feiern waren überaus schön und werden allen Beteiligten lange in Erinnerung bleiben. Selbstverständlich nahmen an beiden viele Kameraden und Frauen teil. Zur Hochzeit von Andreas fuhren einige Kameraden und Jugend nach Grau Rheindorf und konstruierten für das Brautpaar einen Gang aus gefüllten Schläuchen, der schön anzusehen war. Beim Baumsägen brach Andreas übrigens die Säge durch.“ Auch
den Silvesterabend 1999 begingen zahlreiche Kameraden gemeinsam, da man beim
Wechsel zum Jahr 2000 einen weltweiten Computercrash mit weitreichenden Folgen
befürchtete – gottlob unbegründet: „Die Panik vor dem Jahrtausendwechsel war Grund dafür, daß die Gerätehäuser der Stadt besetzt sein sollten. Wir haben daraus das Beste gemacht und mit vielen Kameraden, Frauen und Freunden im Gerätehaus gefeiert.“
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Ehrenabteilung im Jubiläumsjahr 2003
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![]() Die Aktiven im Jubiläumsjahr 2003
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Die
ganze Spannweite der Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehr machte das Jahr 2001
deutlich, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht: „Im Kalenderjahr wurde die Löschgruppe Roisdorf insgesamt zu 31 Einsätzen alarmiert. Die Einsätze waren breit gefächert vom Abstreuen der Ölspur, aufgetretenem Gasgeruch, technischer Hilfeleistung, Überschwemmungen infolge Gewitterregens, Personen hinter verschlossener Tür bis hin zu Wohnungsbränden. ... Als besonderes Vorkommnis ist die Brandsicherheitswache beim Oktoberfest der Musikfreunde Roisdorf am 13.10.01 zu erwähnen. Durch Sabotage war der Strom im Festzelt am Centralmarkt in der Zeit von 23.45 – 0.30 Uhr ausgefallen, so daß wir mit Beleuchtungsgerät/ Scheinwerfern das Zelt ausleuchten mußten. Unser aus Eigenmitteln angeschaffter tragbarer Stromversorger konnte hierbei zum zweitenmal zum Einsatz kommen. Eine Panik wurde hierdurch vermieden.“
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100
Jahre Freiwillige Feuerwehr Roisdorf – 100 Jahre Dienst „Gott zur Ehr, dem
Nächsten zur Wehr“: eine Entwicklung aus schwierigen Anfängen hin zu einer
leistungsstarken Gemeinschaft. Wie Oberbrandmeister Paul Blasczyk es 1996
formulierte: „Seit der Gründung der Wehr haben sich die Anforderungen an die Feuerwehrleute allein durch den technischen Fortschritt ständig und gravierend verändert. Aber dem Gemeinwohl verpflichtet, aufgeschlossen gegenüber neuen Aufgaben und Herausforderungen, haben sich die Roisdorfer Feuerwehrmänner diesen Anforderungen in der Vergangenheit ständig gestellt.“ ... und so soll es auch in den nächsten 100 Jahren bleiben!
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Jugendfeuerwehr im Jubiläumsjahr 2003
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Weitere
Informationen finden Sie auf den Internetseiten
www.feuerwehr-roisdorf.de
